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Gesunder Lebensstil verringert Schlaganfallrisiko um mehr als das 2,3-fache!

Phyo K. Myint und Kollegen veröffentlichten im BMJ (BMJ 2009;338:b349) kürzlich eine äußerst interessante Studie zum Thema Lebensstil, Verhalten, Essen und dem Risiko einen ersten Schlaganfall zu erleiden.
20040 Männer und Frauen zwischen 40-79 Jahren aus der Grafschaft Norfolk (England), ohne bisherigen Schlaganfall oder Herzinfarkt, wurden über einen Zeitraum von 11 Jahren prospektiv untersucht.

Die Untersuchten wurden gescored mit jeweils einem Punkt für die folgenden Verhaltensstile:

  • Nichtrauchen,
  • Keine Körperliche Inaktivität,
  • moderater Alkololgenuss
  • und eine Blutplasmakonzentration für Vitamin C >49umol/l (was für einen Obst und Gemüsekonsum von mindestens fünf mal pro Tag spricht).

In der durchschnittlichen Beobachtungszeit von 11,5 Jahren ereigneten sich insgesamt 599 erstmalige Schlaganfälle. Nach statistischer Korrektur von verschiedenen Einflussfaktoren (Alter, Geschlecht, Body Mass Index, systolischem Blutdruck, Cholesterin Konzentration im Blut, Zuckerkrankheit, Aspirin-Einnahme und sozialem Status) zeigte sich folgendes interessantes Ergebnis:

Lebensstile und Schlaganfallrisiko

Bei beachten von nur dreien der vier gesunden Verhaltensweisen erhöhte sich das relavtive Risiko einen Schlaganfall zu erleiden von 1.0 auf 1,15. Bei beachten von zwei der vier gesunden Verhaltensweisen erhöhte sich das relative Risiko einen Schlaganfall zu erleiden auf 1,58 und bei nur einer der vier gesunden Verhaltensweisen auf 2,18. Wenn keiner der genannten vier gesunden Verhaltensweisen beachtet und durchgeführt wurde erlangten die Untersuchten Männer und Frauen ein relatives Risiko von 2,31 im Vergleich zu 1,0 bei Beachtung von allen 4 gesunden Verhaltensweisen.

Wenn keine der vier gesunden Verhaltensweisen beachtet wurde, erhöhte sich das Risiko einen ersten Schlaganfall zu bekommen also um deutlich mehr als das Doppelte im Vergleich zu einem gesunden Lebensstil!

Entscheidend ist, dass hier der Nachweis gebracht wurde, dass persönliches gesundes Verhalten einen entscheidenden Einfluss auf das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden hat, im Sinne einer wesentlichen Risikoreduktion. Zudem zeigte sich, dass ein oder mehr ungesunde Verhaltensweisen eine gewisse Kompensation durch andere gesunde Verhaltensweisen erfahren.

Das bedeutet, wir können selbst was tun unser Risiko zu senken.

T. K.

(Körperliche Aktivität: bei sitzender beruflicher Tätigkeit, mindestens eine halbe Stunde pro Tag körperliche Bewegung wie Schwimmen oder Rad fahren oder eine nicht sitzende Tätigkeit.
Alkoholgenuss: weniger als 14 Einheiten a 8gr. Alkohol/ Woche (8gr. Alkohol entsprechen z.B. einem Glas Wein)

Phyo K. Myint et al. BMJ 2009;338:b349

4 Kommentare

  1. Hallo,
    finde diesen Blog wirklich sehr toll und sehr interessant (gesunder Lebensstil ist halt nicht immer leicht einzuhalten), weiterhin viel Erfolg, hab mir die Seite schon zu meinen Favouriten hinzugefügt,
    schöne Grüße
    Charly

  2. Was bedeutet gesunder Lebensstil ?

    Dazu gehört sicherlich auch “Zeit haben”, “Nichts-Tun”, “Sein”, Zeit für ein Gedicht z.B., also ausdrucken, Rechner ausschalten und sich “in die Zeit” einlassen.

    Gute Gesundheit wünsche ich!

    C.U.

    Die Visite

    Als ich aufsah von meinem leeren Blatt,
    stand der Engel im Zimmer.

    Ein ganz gemeiner Engel,
    vermutlich unterste Charge.

    Sie können sich gar nicht vorstellen,
    wie entbehrlich Sie sind.

    Eine einzige unter fünfzehntausend
    Schattierungen
    Der Farbe Blau, sagte er,

    fällt mehr ins Gewicht der Welt
    als alles, was Sie tun oder lassen,

    gar nicht zu reden vom Feldspat
    und von der Großen Magellanschen Wolke.

    Sogar der gemeine Froschlöffel,
    unscheinbar wie er ist,
    hinterließe eine Lücke, Sie nicht.

    Ich sah es an seinen hellen Augen,
    er hoffte
    auf Widerspruch, auf ein langes Ringen.

    Ich rührte mich nicht. Ich wartete,
    bis er verschwunden war, schweigend.

    Hans Magnus Enzensberger
    (In: „Die Poesie des Himmels“,
    Herder, 2008).

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