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Rüttgers oder nix gewußt!

Jürgen Rüttgers in Hamm 2010; Foto: Dirk Vorderstraße; CreativeCommons, Wikimedia
Jürgen Rüttgers in Hamm 2010; Foto: Dirk Vorderstraße; CreativeCommons, Wikimedia

Lieber Herr Ministerpräsident Rüttgers, wer soll eigentlich glauben, dass ihre Untergebenen Sie bzw. ihr Gehör vermietet haben oder wollten, und Sie haben davon “nix gewußt”. Das wäre ja nun wirklich ganz schlecht, wenn der Chef vermietet werden soll oder vermietet wird und nix davon weiß. Kommt irgendwie nicht gut. Das Problem, um es mal präzise zu formulieren, ist ja nicht, dass die CDU gesponsort wird. Das Problem ist, dass man (Industrie, etc.) sich gegen einen erheblichen Obulus besonderes Gehör bei einem Staatsorgan – ja Staatsorgan, sowas soll der Ministerpräsident des größten Bundeslandes ja sein – Gehör, gewichtiges Gehör verschaffen kann. Der Ministerpräsident ist der erste Angestellte des Landes NRW, durch Steuergelder finanziert. Er hat sich nicht – von wem auch immer – vermieten oder gegen Geld anbieten zu lassen. Irgendwie muss es doch auch einem Ministerpräsidenten in den Sinn kommen, dass man – wenn man mitgeteilt bekommt, welche Stände man bei seinem Rundgang besucht und mit wem man sich fotografieren lassen soll und wer weniger wichtig ist, dass man nachfragt, wie die Kriterien der Auswahl zustande gekommen sind. Blickt ein Landesparteichef und Ministerpräsident, noch dazu ein altgedienter Haudegen der NRW-CDU so wenig durch, und weiß nicht wie sich die eigene Partei in den größeren Posten finanziert? Wer soll sowas glauben?  Und was soll einem das für die bald anstehende Entscheidung zur Wahl des Landtages in NRW sagen?

von Vincke

Ein Kommentar

  1. Die ganze Debatte um Parteispenden der FDP und jetzt dies hier: Schockierend, wie sehr das demokratische Prinzip dem Wirtschaftslobbyismus geopfert wird. Ich finde Parteispenden von Unternehmen sollten verboten werden so wie die Linke es fordert. Unternehmen repräsentieren keine Wähler sondern häufig Aktionäre oder Manager. Wenn die aus privater Tasche eine Partei finanzieren wollen, meinetwegen. Aber so wird “Klientelpolitik” betrieben.

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